My Example

Herzlich Willkommen im Another Day in Paradise Fremder! Wir sind ein Real Life RPG Board welches sowohl in San Diego, als auch in der mexikanischen Stadt Tijuana spielt. Erfreuen uns immer über neue Mitglieder und Bewohner. Willst du ein neues Leben in San Diego oder Tijuana Beginnen? Inmitten von Intrigen, Drama, Machenschaften, Freundschaft und all den anderen Sachen die man erleben kann? Dann werde ein Teil von uns. Schau dich in Ruhe um! KEINE ANMELDUNG OHNE VORHERIGE BEWERBUNG, ANMELDUNGEN OHNE BEWERBUNG WERDEN NICHT ENTGEGEN GENOMMEN



Bei Fragen und Problemen kannst du dich jederzeit an LETIZIA,DOMINIC,HAILEY,HJALMAR,LION UND GIANNA WENDEN


Es werden noch jede Menge Leute vermisst! Schaut einfach mal unsere Gesuche durch vielleicht ist ja das ein oder andere dabei was genau DICH anspricht. Haben hier mal die wichtigsten Links zusammen gestellt das du gleich alles auf einen Blick hast. Schau dich in Ruhe um!







• Schnuppert mit unserem "Observer" in unser Forum rein ! Name: The Observer | Passwort : gast123 • DER BOSS DES LOS VALENCIA KARTELLS WIRD NOCH IMMER DRINGEND GESUCHT ! • WIR SUCHEN NOCH DRINGEND AUCH BEWOHNER UNSERER MEXIKANISCHEN STADT TIJUANA ! • Es wird spekuliert, das sich eine Untergrund Organisation aus Mexiko, auch in San Diego eingenistet hat. Ob da was wahres dran ist? Wir bleiben auf jedenfall dran.






#1

Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 06.04.2019 14:44
von Jonah Holmes | 44 Beiträge

Ein einfach gehaltener Raum, der optisch durch unterschiedlichen Bodenbelag in zwei Bereiche geteilt ist.
Zum einen die Wohnecke mit einem zerschlissenen Sofa, einem Schrank, Tisch und drei Stühlen. Man findet wenig Schnickschnack.
Auf der anderen Seite die kleine Kochnische, die mehr zweckmäßig als einladend ist.
Aber es ist ausreichend, um zu leben.


nach oben springen

#2

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 06.04.2019 23:06
von Jonah Holmes | 44 Beiträge

cf Straßen

Ihre Frage gefiel mir überhaupt nicht. Denn sie beinhaltete all die Zweifel, die ich selbst hatte. Und vermutlich nicht mal zu Unrecht. Ich war überhaupt nicht sicher, dass das klappen würde. Ganz im Gegenteil. Aber mitnehmen konnte ich sie auch nicht, das hatten ihre Erklärungen ebenfalls deutlich gemacht. Wir würden also einen Mittelweg finden müssen und der hieß, dass ich zum Boss gehen würde und hier in meiner Bude war sie erstmal sicher. Kein Mensch würde das Mädchen in diesem herunter gekommenen Wohnblock vermuten, wenn man sie zuvor noch kaffeetrinkend in der Mall gesehen hatte. Wie lange sie hier sicher wäre, wenn ich erstmal aus der Schusslinie gebracht war, stand auf einem anderen Blatt.
Erstmal parkte ich das Auto und zeigte auf das Gebäude. Was genau sie erwartet hatte, wusste ich nicht, aber wahrscheinlich hätte auch Mina nicht geglaubt, mich in solchen Verhältnissen anzutreffen. Das war ein Vorteil. Einen Fahrstuhl gab es hier natürlich nicht, daher mussten wir die Treppen hochlaufen. Im ganzen Haus roch es nach Essen und Qualm - eigentlich kein einladender Ort. Ich gab mir zumindest Mühe, dass es bei mir einigermaßen sauber war, auch wenn die Meinungen darüber auseinander gehen mochten.
Aus der Hosentasche kramte ich ein Schlüsselbund heraus, schloss auf und ließ Mina eintreten. Der Flur war nur klein, reichte gerade für eine Garderobe und von ihm gingen die übrigen Räume ab. "Wohnzimmer, Badezimmer, Schlafzimmer", informierte ich sie kurz und zeigte auf die jeweiligen Türen, dann schob ich den Riegel wieder vor die Haustür. "Wenn Du erst ins Bad musst ... ich geh schon mal ins Wohnzimmer", es gab keinen Grund, hier auf sie zu warten. Sie würde nicht weglaufen und verirren konnte man sich hier schließlich auch nicht. Daher holte ich zwei Gläser aus dem Schrank, eine Flasche Cola und stellte beides auf den Couchtisch. Der Appetit war mir vergangen, kochen war ohnehin nicht meine Stärke und eigentlich hatten wir gerade andere Probleme, als Hunger.
Während ich auf sie wartete, rasten meine Gedanken und ich spielte jedes mögliche Szenario durch, das eintreten könnte, wenn ich den Boss zur Rede stellen würde. Kein Ausgang war zufriedenstellend, denn ich musste damit offenbaren, dass ich genau wusste, was damals gespielt worden war und diese Information konnte ich ausschließlich von Mina selbst bekommen haben. Damit verriet ich sie, ohne sie mitzubringen und das machte es gefährlich. "Das ist alles eine verdammte Scheiße. Du hättest sofort zu mir kommen sollen", fluchte ich, ohne sie direkt anzusprechen, ich musste meiner Wut eben einfach Luft machen. Dass es ihr nicht logisch erschienen war, konnte ich mir durchaus denken, aber darum hatten wir jetzt ja auch den Salat. "Also ... ich muss ihm irgendetwas auftischen, dass ich Dich gefunden habe, aber Du nicht zur Verfügung stehst - für was auch immer." Musternd betrachtete ich sie. Einen Augenblick blitzte ein Plan in mir auf, aber er war verrückt und ganz sicher würde sie nicht mitspielen, sodass ich erstmal auf ihre Idee wartete - falls sie eine hatte.

@Mina Rose Jackson


nach oben springen

#3

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 07.04.2019 12:13
von Mina Rose Jackson | 43 Beiträge

Diese Gegend war wirklich so unspektakulär, dass ich mir fast sicher war, dass hier niemand nach mir suchen würde. Meine Wohnung lag in einer weitaus schöneren Gegend, da ich so weit wie möglich von dem Lebensstil hatte weg wollen, wie ihn meine Mutter geführt hatte. Aber um mich zu verstecken konnte ich nicht wählerisch sein und außerdem hatte Jonah diese Wohnung sicher aus strategischen Gründen gewählt. Ich versuchte mich nicht allzu sehr umzusehen oder die Gerüche wahr zu nehmen, denn je weniger ich mich an etwas davon erinnern konnte, desto besser war es für den Fall, dass sie mich doch in die Hände bekommen würden. Nachdem ich hinter Jonah die Wohnung betreten hatte, waren die Gerüche des Treppenhauses verschwunden und ich musste zugeben, dass es hier ziemlich angenehm roch. Wahrscheinlich lag das auch daran, dass Jonah nicht gerade viel Zeit hier verbrachte, zumindest war das meine Vermutung, da es gerade zu ordentlich war. Verlaufen konnte man sich hier nicht, soviel war klar und eigentlich war diese Wohnung viel zu klein um zwei Menschen zu beherbergen, die sich nicht nahe standen. Aber auch hier musste ich in den sauren Apfel bleiben, denn eine andere Option als diese gab es nicht für mich. Da ich nicht ins Bad musste folgte ich ihm ins Wohnzimmer, lies mich auf dem zerschlissenen Sofa nieder und schenkte mir ein Glas Cola ein, aus dem ich dann auch einen Schluck nahm. Für diese Situation wäre wahrscheinlich auch der ein oder andere Schnaps angemessen gewesen, aber wenn man einen klaren Kopf zum Nachdenken behalten wollte, war das dann wohl sehr gegenteilig. "Hätte ich nicht gedacht, dass du in dem ganzen mit drin steckst, dann wäre ich auch zu dir gekommen." Sonst war ich auch immer mit Vorfällen zu ihm gegangen und es hatte sich immer eine Lösung finden lassen. Das damals war aber etwas anderes gewesen und ich hatte dadurch das Vertrauen komplett zu ihm verloren gehabt. "Die Frage ist nur, was du ihm auftischen willst. Einfach zu sagen, dass ich nicht zu Verfügung stehe, das wird er nicht akzeptieren. Ich glaube er würde mich selbst noch dazu zwingen, wenn du mir irgendeine totbringende Krankheit andichten würdest. Er hat kein Herz, alles was für ihn zählt ist Geld und Macht." Für einen Moment beobachtete ich Jonah und ich konnte an seiner Mimik erkennen, dass er eben so etwas wie einen Geistesblitz gehabt haben musste. "Diesen Gesichtsausdruck habe ich schon ein paar Mal an dir gesehen. Den hast du immer, wenn dir etwas einfällt, was garantiert nach hinten los gehen wird. Was ist es dieses Mal?" Mir graute es fast schon davor mir seine Idee anzuhören, aber was konnte es schon schaden? Immerhin fiel mir selbst auch nichts ein, was diese Situation lösen könnte.

@Jonah Holmes



nach oben springen

#4

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 07.04.2019 12:39
von Jonah Holmes | 44 Beiträge

Das hatte sie bereits schon gesagt und ich konnte es ihr nicht mal übel nehmen, dass sie mir so was tatsächlich zutrauen würde. In anderen Situationen hatte ich durchaus bewiesen, meinen Willen durchzusetzen und sie konnte nicht wissen, dass diese Idee nicht meinem kranken Hirn entsprungen war. Zugegebenerweise hatte ich mich auch nie wirklich bemüht, ihr vorzumachen, der strahlende Ritter in goldener Rüstung zu sein. Es gab Regeln und die hatten eingehalten zu werden. Notfalls musste man ein Exempel statuieren und dieses geschickt einsetzen. So funktionierte es. Dummerweise hatte ich darüber völlig ignoriert, dass diese Mittel keine Einbahnstraße waren und offensichtlich war der Boss noch etwas besser darin als ich.
Eine Idee hatte sie also nicht, sonst würde sie nicht sofort anfangen, meine Andeutungen zu zerpflücken. Ich räusperte mich und machte ein paar Schritte durch den kleinen Raum. Die Cola hatte ich bisher nicht angerührt, selbst trinken würde mich ablenken und das konnte ich nicht brauchen. "Eine Krankheit vortäuschen wird nicht funktionieren. Außer Du kennst jemanden mit Aids oder sowas, der für Dich eine Blutprobe spendet", es war viel zu einfach, so etwas nachzuprüfen. Die Gang hatte Kontakte in alle Schichten und irgendeinen Arzt, der eine solche Analyse durchführen würde, fanden sie immer. Das war ja schon allein für den Boss wichtig, wenn er sich die Exklusivrechte an den Mädchen sicherte. "Nein. Krankheit ist zu durchschaubar", schüttelte ich den Kopf und blieb stehen.
Dass mein Gesichtsausdruck sich verändert hatte und Mina auch noch darin lesen konnte, war ungünstig. Denn es würde bedeuten, dass auch jeder andere, der mich besser kannte, in meine Gedanken sehen würde. Das machte meinen ohnehin schon bescheuerten Plan noch unmöglicher. Ich setzte mich zu ihr aufs Sofa und schüttete mir nun doch etwas zu trinken ein. Nicht, weil ich Durst hatte, sondern weil ich Zeit gewinnen musste. Je länger ich aber nachdachte, umso überzeugter war ich, dass es nicht klappen würde. Minas Spruch war also auch nicht besonders motivierend und ich trank einen Schluck, ehe ich mich noch einmal räusperte und zu reden begann, ohne sie anzusehen. "Wir dehnen die Wahrheit. Du warst entsetzt, als Du gehört hast, was passieren sollte. Du wolltest es natürlich nicht", den Teil würde sie nicht einmal spielen müssen. "Die Enttäuschung war zu groß, denn eigentlich warst Du verliebt ...", nun kam der schwierige Part: " ... in mich. Wir waren ein Paar. Darum bist Du abgehauen und hast Dich nicht vor der Gang, sondern vor mir versteckt. Jeder weiß, dass ich Dich gesucht habe. Nun habe ich Dich wieder gefunden." Klang nur halb so schlimm, wie ich befürchtet hatte. "Keiner würde die Frau eines anderen anfassen ...", gab ich ihr den letzten Hinweis. Die Frage war nur, ob man ihr die Story abkaufen würde.

@Mina Rose Jackson


nach oben springen

#5

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 07.04.2019 18:31
von Mina Rose Jackson | 43 Beiträge

Bevor ich damals zum Boss gebracht wurde, hatte ich mich nie mit den höheren Rängen der Gang beschäftigt. Klar wusste ich, wer der Boss war, aber da ich Jonah unterstellt war, hatte ich alles andere ausgeblendet. Er war es, der mir die Aufgaben erteilt und mir die Ware übergeben hatte und ihm alleine hatte ich das Geld gebracht, dass ich damit einnahm. So war es die ganze Zeit über gelaufen, bis zu dem besagten Tag, an dem sich alles geändert hatte. Ich fragte mich immer noch, wieso sie grade auf mich gekommen waren, da Jonah es offensichtlich nicht gewesen war, der mich vorgeschlagen hatte. Die andere Frage, die sich mir ebenfalls nun stellte war, wieso sie es auf ihn mit abgesehen hatten. Denn es war klar, dass er mit Absicht übergangen wurde und nur sein Name für ihre Zwecke genutzt worden war. Fragen über Fragen und wahrscheinlich würden wir nie eine ehrliche Antwort darauf bekommen. Vorher würden wir uns wahrscheinlich 1,80m unter der Erde wieder finden. "Nein ich kenne niemanden, der mir so eine Blutprobe beschaffen könnte. Und selbst wenn, sie würden sie nicht annehmen, denn sie sind nicht dumm. Sie würden das Blut selbst von mir abzapfen wollen und da schon würde der Schwindel auffliegen. Daher ist das keine wirkliche Option." Mich absichtlich mit etwas anstecken würde ich mich ganz sicher auch nicht, denn eigentlich wollte ich noch nicht sterben. Da Jonah nun anfing durch die Wohnung zu tigern, hatte ich wohl mit meiner Vermutung recht, dass er sich irgendeine Idee in seinem Kopf zurecht gelegt hatte, die er mir nun präsentieren wollte. Was hatte er sich denn ausgedacht? Etwas ungeduldig trommelte ich mit meinen Fingerspitzen auf die Sofalehne, denn irgendwann musste er ja wohl mit der Sprache heraus rücken und konnte nicht um den heißen Brei reden. Endlich machte er den Mund auf, doch was er da sagte klang so absurd, dass ich mir das noch einmal ins Gedächtnis rufen musste, bevor ich in schallendes Gelächter ausbrach. Die Idee von einem Liebespaar klang wie aus einem schlechten Film, vor allem, da wir damals niemals den Eindruck danach erweckt hatten, der unsere jetzige Geschichte stützen konnte. Noch immer wurde mein Körper vom Lachen geschüttelt und es war nur sehr schwer damit aufzuhören, damit ich überhaupt etwas sagen konnte. "Wir beide... ein Paar... das kauft uns nie jemand ab!" Nur langsam ebbte das Lachen ab und ich musste erstmal einen Schluck aus meinem Glas nehmen, da meine Kehle nun ziemlich trocken war. "Okay, nehmen wir mal an, wir würden bei dieser Geschichte bleiben, wie willst du das anstellen, dass man dir glaubt, dass wir ein Paar sind? Versteh mich nicht falsch, du kannst charmant sein, aber das reicht bei weitem nicht damit man dir eine Beziehung abkaufen würde." Um mich machte ich mir da keine Sorgen, ich konnte das sehr gut vorgaukeln, wenn ich das wollte. "Und was gibt dir die Garantie, das diese Strategie funktioniert? Du wurdest schon einmal übergangen. Was sagt dir, dann es dieses Mal nicht wieder genau so ist, Beziehung hin oder her?" Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass er sich so gut verstellen konnte um eine Beziehung mit mir vorzugaukeln, denn so viel ich wusste, hatte er noch nie jemanden wirklich nah an sich heran gelassen.

@Jonah Holmes



nach oben springen

#6

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 07.04.2019 19:08
von Jonah Holmes | 44 Beiträge

"Sehr richtig", ich nickte leicht. Mina hatte das Problem an der Ausrede mit einer Krankheit verstanden und es müsste schon etwas sehr Schwerwiegendes sein, wenn sie dadurch aus dem Interesse der Gang verschwinden sollte. Sie mutwillig mit irgendeiner Seuche zu infizieren schied ohnehin aus. Blieb also nur, ihr meine Idee vorzutragen. Das wiederum war nicht einfach und mehr als eine grobe Idee war es ja auch noch nicht. Hätte ich nur mehr Zeit gehabt, wäre der Plan gewiss ausgeklügelter gewesen. Dass Mina aber schon nach den ersten Sätzen in schallendes Gelächter ausbrach, traf mich dennoch. Natürlich ließ ich mir davon nichts anmerken und bemühte mich, das Gelächter zu ignorieren. Immerhin hatte sie ihren Spaß, obwohl es um ihr und nicht um mein Leben ging. Mürrisch verzog ich das Gesicht und nutzte eine kurze Atempause: "Bist Du jetzt fertig?" Dabei war das gar keine wirkliche Frage, denn sie konnte sich offensichtlich nur schwer zusammenreißen. "Wenn Du Dich so aufführst, glaubt uns das keiner. Richtig", ich hätte sie wahrscheinlich doch einfach abliefern sollen. Warum war ich eigentlich so blöd gewesen und hatte es nicht getan? Ein Gedanke, der mehr und mehr Form annahm, je länger sie redete. "Du stellst in Frage, ob ich denen das vorgaukeln kann?", sie war doch diejenige, die das hier kein Stück ernst nahm. Mühsam beherrscht atmete ich durch. "Gut. Dann schlag Du was vor", forderte ich und lehnte mich auf dem Sofa zurück. Es war immerhin ein Plan. Ob er aufgehen würde, wussten wir beide nicht, aber im Grunde gehörte es zum Kodex, dass man die Partnerin eines Mitglieds nicht anrührte. Die Frage - berechtigte Frage - war allerdings, ob man mich wirklich noch dazu zählte, wenn sie mich damals schon übergangen hatten. "Wie stellt man sowas an? Es gibt vermutlich Schlimmeres, als zu küssen", wir lebten schließlich nicht im Mittelalter. Keiner würde bei einer Hochzeitsnacht dabei sein wollen.

@Mina Rose Jackson


nach oben springen

#7

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 07.04.2019 19:35
von Mina Rose Jackson | 43 Beiträge

Ich hatte einfach nicht anders können als in schallendes Gelächter auszubrechen, denn von allen Vorschlägen, die ich von ihm erwartet hatte, war das einfach der weit entfernteste gewesen. Jonah und ich als glaubhaftes Paar... Das konnte nur ein sehr schlechter Scherz sein. Jedoch schien ihm diese Idee durchaus ernst zu sein und so musste ich mich hart am Riemen reißen, um nicht einfach den ganzen Abend durch zu lachen, bis ich nicht mehr konnte. Niemand hatte uns damals auch nur annähernd als Paar gesehen, daher war ich mir auch nicht sicher, ob uns das jetzt jemand abkaufen würde. Klar, natürlich hätten wir das geheim halten können, damit es die Arbeit nicht beeinträchtigt, aber schon nach wenigen Fragen, falls man die uns misstrauischerweise stellen würde, würde man merken, dass keiner von uns etwas wirklich wichtiges über den anderen wusste. "Um mich mache ich mir keine Sorgen, ich kann das verliebte Mädchen sehr gut spielen, wenn es sein muss. Aber ich denke das dir das Spektrums dieser menschlichen Gefühle nicht bekannt ist. Warst du überhaupt jemals in deinem Leben schon richtig verliebt?" Ich konnte mir das ganz und gar nicht vorstellen und seine nächsten Worte schienen das zu bestätigen. Ich konnte einen erneuten Lachanfall gerade noch so unterdrücken, sodass ich ihm mit sachlicher Stimme antworten konnte, "Bei Beziehungen geht es nicht nur um den Austausch von Küssen oder um Sex. Es geht darum sich dem anderen zu öffnen, so viel wie möglich von ihm zu erfahren, selbst Geheimnisse, die man sonst mit niemandem teilen würde. Es ist etwas sehr inniges und wenn wir beide ehrlich sind, dann wissen wir beide soviel voneinander, wie auf einen Teelöffel passt." Eine bessere Idee hatte ich jedoch leider auch nicht und wenn wir uns dafür entscheiden würden, dass wirklich durch zu ziehen, so waren das zwei Wochen verdammt harter Arbeit die wir vor uns hatten. Seufzend lies ich mich zurück ins Sofa sinken und beobachtete Jonah für ein paar Momente. Konnte das wirklich überzeugend klappen? Die Vorstellung alleine war schon so abwegig, aber wenn es mir die Chance gab mit heiler Haut davon zu kommen, dann würde ich dieses Wagnis eingehen, egal wie seltsam es auch war. "Okay, da ich keine bessere Idee habe wäre ich dabei." Nun musste nur noch er einschätzen ob er das wirklich glaubhaft rüberbringen konnte.

@Jonah Holmes



nach oben springen

#8

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 07.04.2019 20:34
von Jonah Holmes | 44 Beiträge

Sie hat Recht. Total hirnrissiger Einfall! Ich hätte die Klappe halten und sie einfach abliefern sollen. Jetzt saß ich allerdings mit in der Scheiße und darum hatte ich sie noch nicht postwendend wieder ins Auto verfrachtet. Dass sie das verliebte Mädchen spielen konnte, daran hatte ich überhaupt keinen Zweifel. Die Frage war vielmehr, ob sie glaubhaft machen könnte, verliebt in mich zu sein? Immerhin hatte sie mir zuvor noch an den Kopf geworfen, froh zu sein, mich nicht gesehen zu haben und als ich mich nur neben sie gesetzt hatte, hätte ein Blinder erkannt, dass etwas nicht stimmte. Nur ihre Freundin hatte es nicht geschnallt ... warum auch immer. "Das geht Dich 'nen Scheiß an", stellte ich also fest und verschränkte die Arme vor dem Oberkörper. "Ich weiß, worum es in einer Beziehung geht", erwiderte ich knurrend, aber ich ließ sie zumindest ausreden. "Und Du glaubst, das wird irgendwen wirklich interessieren? Kein Mensch wird von mir erwarten, dass ich mit Sternchen im Blick hinter Dir her hechle. Dazu muss ich nichts von Dir wissen. Das Einzige, was notwendig ist, sind ein paar Eckdaten. Aber mehr nicht. Glaubst Du ernsthaft, jemand wird mich nach Deinen Hobbies fragen? Oder wie Dein erstes Kuscheltier hieß?" Es war lächerlich. Sie hatte lang genug mit der Gang zu tun gehabt, dass sie wissen musste, dass das meiste nur mit Sex oder Küssen zu tun hatte. Im Übrigen wollten wir es nur vortäuschen und keine richtige Beziehung führen.
Was letzten Endes den Ausschlag gab, konnte ich nicht mal ahnen. Jedenfalls willigte sie dann doch ein und ich löste meine ineinander verschränkten Arme, wandte mich ihr etwas zu. "Der Schutz besteht nur so lange, wie wir diese Farce aufrecht halten", erinnerte ich sie vorsichtshalber, aber es war aussichtsreicher, als zum Boss zu gehen und einfach zu sagen, dass Mina weiterhin in meinem Bereich arbeiten sollte.

@Mina Rose Jackson n


nach oben springen

#9

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 07.04.2019 21:03
von Mina Rose Jackson | 43 Beiträge

Zum Glück konnte ich keine Gedanken lesen, denn sonst hätte ich nur den Kopf geschüttelt und ihn gefragt, warum ich die einzige war, die hier irgendetwas glaubhaft machen musste. Er selbst stellte eher das Problem dar und so wie er gerade darüber sprach, war ich mir fast sicher, dass er derjenige war, der uns am Ende auffliegen lassen würde. Das er mir keine Auskunft geben wollte wunderte mich nicht und es bestätigte mich darin, dass er eigentlich keine Ahnung davon hatte. Irgendwie stellte er sich das ziemlich einfach vor und ich war mir sicher, dass es das nicht werden würde. Ich wusste, das Fragen kommen würden, vielleicht nicht nach meinem Lieblingskuscheltier, aber nach anderen Dingen und nur mit Eckdaten würden wir da nicht durchkommen. Klar,für andere Gangmitglieder mochte das durchaus reichen und sie verbanden nicht mehr damit als das Körperliche. Wir allerdings sprachen hier vom Boss und der würde sich nicht einfach mit so einer Geschichte abgeben, wenn man sie nicht zu 100% belegen konnte. Dafür war ich ihm anscheinend zu wichtig, sonst hätte er nicht über die Zeit hinweg so intensiv nach mir suchen lassen. "Von hinterher hecheln hat auch niemand etwas behauptet. Gott, du hast echt noch nie eine Beziehung gehabt! Und wir reden hier nicht von irgendjemandem aus der Gang sondern vom Boss persönlich. Glaubst du ernsthaft, dass er sich einfach so mit etwas oberflächlichem abspeisen lässt, nach dem er die ganze Zeit nach mir suchen lassen hat? Er ist nicht so dumm wie manche der Handlanger, er weiß was er tut, immerhin hat er dich auch mit ausgespielt, ohne das du Kenntnis darüber hattest. Was würdest du zum Beispiel tun, wenn mir einer seiner Männer das Messer an die Kehle hält? In so einer Situation würde sofort auffliegen, dass ich dir nichts bedeute, denn man könnte es an deinen Augen erkennen. Dafür musst du noch einiges an schauspielerischem Talent erwerben und zwar schnell. Und Gott bewahre, ich bin froh, dass wir das nur vortäuschen müssen, denn mit dir in der Wirklichkeit zusammen zu sein klingt nicht sehr berauschend in meinen Ohren." Ich zuckte nur mit den Schultern, denn länger benötigte ich diesen Schutz auch nicht. Wenn sich das einmal alles aufgelöst hatte, dann würde ich aus dieser Stadt verschwinden, dass stand definitiv fest. Denn irgendwie konnte ich nur so dem ganzen hier wirklich entkommen. "Einverstanden, dass der Schutz nur so lange anhält." Mehr musste er nicht wissen, denn meine Gedanken waren mein Eigentum und gingen ihn überhaupt nichts an.

@Jonah Holmes



nach oben springen

#10

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 07.04.2019 21:39
von Jonah Holmes | 44 Beiträge

Beziehungen waren eine Schwäche, die man sich besser in meiner Position nicht erlaubte. Das war eine der ersten Lehren gewesen, die ich aus dem Leben in der Gang gezogen hatte. Völlig verrückt, dass ich das jetzt als Ausweg ansehen musste. Aber es erklärte - mir zumindest - warum ich absolut keinen Schimmer hatte, was Mina eigentlich meinte. Bisher war es durchaus genug gewesen, ab und zu mit irgendeinem Mädchen in der Kiste zu landen. Keine Verpflichtungen, keine Angriffspunkte. Im Gegensatz zu mir war die Blondine allerdings davon überzeugt, dass man das Ganze auf die Probe stellen würde und vielleicht hatte sie nicht so sehr Unrecht. Verglichen mit der zuerst angedachten Krankheit, würde man vermutlich auch eine Liebe testen. Ob der Boss oberflächlich war oder nicht, spielte eigentlich keine Rolle. Vielleicht hätten wir dort ansetzen sollen, warum er überhaupt irgendwas von Mina wollte. Gut, sie sah tatsächlich nicht schlecht aus und bestimmt würde sie ihm Geld einbringen, aber wir wussten alle, dass die Mädchen nie lange durch hielten. Die meisten endeten hinterher selbst an Drogen, Alkohol, brachten sich um ... Bisher war es mir egal gewesen, denn an den Einnahmen hatte jeder, der in der Gang war, seinen Anteil bekommen. Da ich mich aber entschieden hatte, Mina zu glauben und ihr zu helfen - vielmehr meinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen - interessierte es mich eben doch.
"Glaub mir, Süße, wenn Dir jemand ein Messer an den Hals hält, werde ich schon entsprechend protestieren", das musste ich nichtmal spielen. Einem Mädchen zu drohen, es umzubringen, gehörte absolut nicht zu meinem Stil. Mit Worten, ja, aber so? Dummerweise kapierte ich aber, was sie meinte und das gefiel mir nicht. "Bist Du sicher, dass Du Deinen Spott mal für ein paar Augenblicke zurück halten kannst? So wird das nämlich nie was", ich stand auf und holte etwas zu schreiben. Als ich zurück beim Tisch war, warf ich ihr den Block und Stift in den Schoß. "Schreib auf, was Du denkst, dass ich wissen muss. Geburtsdatum oder sowas ... Seit wann sind wir eigentlich zusammen?", darauf sollten wir uns tatsächlich besser einigen.
So schnell, wie sie sich einverstanden erklärte, war sofort mein Misstrauen geweckt. "Du kapierst das anscheinend nicht. Wenn unsere Beziehung endet, kann ich Dir auch nicht mehr helfen." Und das schloss selbstverständlich ein, dass es ihr Problem war, wenn sie meinte, sich wieder verpissen zu müssen.

@Mina Rose Jackson n


nach oben springen

#11

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 07.04.2019 22:12
von Mina Rose Jackson | 43 Beiträge

Das hier würde ein ganzes Stück Arbeit werden, denn alleine Jonah erstmal klar zu machen, was eine Beziehung tatsächlich ausmachte, würde schon Tage dauern. Man merkte ja jetzt schon, dass er sich dagegen mehr als sträubte und das alles als Unsinn ansah. Natürlich war mir auch bewusst, dass man es in seinen Kreisen als Schwäche ansah, wenn man Gefühle zu lies und das Liebe etwas war, was man immer gegen einen einsetzen konnte. Das er jedoch so ahnungslos war, dass überraschte selbst mich ein wenig. "Na da bin ich ja mal gespannt ob du da wirklich so reagierst, wie es jemand tun würde, dessen Liebe da gerade bedroht wird." Ich hatte da mehr als meine Zweifel, aber ich würde auf sein schauspielerisches Talent hoffen müssen. Zu seiner Aussage konnte ich nur mit den Augen rollen, denn hier waren wir ganz unter uns und ich hatte ihm nur klar machen wollen, dass ich genauso wenig davon begeistert war seine Freundin zu spielen, wie er es war meinen Freund mimen zu müssen. Aber ich gab mir einen Ruck um ihm zu zeigen, dass ich das durchaus professionell angehen konnte, denn so war er in der Bringschuld und musste dasselbe tun. Den Block und den Stift nahm ich in die Hände, doch zu schreiben begann ich noch nicht. "Das beruht aber auf Gegenseitigkeit. All das, was ich dir hier aufschreibe will ich auch von dir wissen. So läuft das in einer 'Beziehung', jeder weiß das alles vom anderen." Nun musste ich selbst überlegen, was ein geeigneter Zeitpunkt gewesen wäre. "Wie wär es mit Mai 2015? Zu dem Zeitpunkt habe ich bereits 3 Jahre für dich gearbeitet und war 17. Das wäre auch noch genug Abstand zu dem Tag, an dem ich untergetaucht bin, das war im Herbst 2017. Oder sind dir zwei Jahre Beziehung zu lang?" Da es keinen der anderen interessiert hatte, würde auch niemand von ihnen dieses Datum wiederlegen können. "Jaja ich hab das schon verstanden. Ich bin zwar blond aber nicht blöd", sagte ich ein wenig genervt, denn egal wie die Beziehung enden würde, ich würde mich dann wieder um mich selbst kümmern. Nun widmete ich mich dem Block und begann erstmal meine Eckdaten aufzuschreiben, wie mein Geburtsdatum und auch meinen Zweitnamen, den ich ihm bis dahin nie verraten hatte. Ebenso schrieb ich auf, dass ich drei ältere Geschwister hatte, eine Mutter die Prostituierte gewesen war und sich keinen deut um uns Kinder geschert hatte. Ja wenn ich wollte, konnte ich sehr ehrlich sein und da das hier nur so funktionierte, schrieb ich es alles nieder. Sicher würde er vieles auf der Liste belächeln, wie zum Beispiel das ich es mochte wenn man mit meinen Haaren spielte oder Küsse auf dem Hals liebte, aber all das was hier drauf stand wusste man, wenn man mit jemand zusammen war. Ich reichte ihm wortlos den Zettel und war sehr gespannt ob er ebenfalls so ehrlich sein würde. Vorstellen konnte ich es mir jedenfalls nicht.

@Jonah Holmes



nach oben springen

#12

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 08.04.2019 09:28
von Jonah Holmes | 44 Beiträge

"Es wird gar nicht dazu kommen", behauptete ich stur und war mir dessen sogar fast sicher. Es sei denn, der Boss hatte es tatsächlich auf mich abgesehen, wie Mina mir hier gerade zu verklickern versuchte. Es war ja nicht zu leugnen, dass man ihr dieses Angebot gemacht hatte, ohne mich um meine Meinung zu fragen. Für gewöhnlich überließ der Boss uns freie Hand bei den Leuten, die wir als Handlanger und Kuriere aussuchten. Ich hatte keinen Schimmer, warum es bei ihr anders gewesen war. Warum hatte sie die Aufmerksamkeit auf sich gezogen? Und noch dazu musste es etwas sein, was das Oberhaupt daran gehindert hatte, mich einfach zu fragen. Während meine Gedanken noch um dieses Problem kreisten, hatte Mina den Block und Stift in die Hände genommen. Gut, sie wollte also offensichtlich mitarbeiten, auch wenn mir der Seitenhieb, wie sie eine Beziehung sah, nicht entging. So oder so würde sie niemals alles von mir erfahren. Selbst in einer wirklichen Beziehung musste ich manche Teile meiner Vergangenheit und Gegenwart einfach vor ihr schützen - und sie vor ihr. Momentan aber war das ohnehin nur ein Spiel, auch wenn der Einsatz recht hoch war, daher ging es sie schlicht und einfach nichts an. Trotzdem nickte ich zu ihren Worten, denn ein paar Details würde sie kennen müssen.
Oder sind dir zwei Jahre Beziehung zu lang? Mir entglitt mein lang einstudiertes Pokerface. Diese Frau brachte mich mit ihren Fragen völlig aus dem Konzept und dachte tatsächlich, dass ich das Problem an diesem Abkommen war? "Eine Woche ist schon zu lang", gab ich zähneknirschend zurück und nickte dann trotzdem. "Klingt vernünftig", rein von der Geschichte her gesehen machte es zumindest Sinn. Vielleicht würde es also wirklich funktionieren. Ich nahm den Zettel entgegen und unterdrückte ein Augenrollen. Es war genau das, was ich erwartet hatte. Es fehlte tatsächlich nur das Kuscheltier ... "Okay. Gib mir den Stift", forderte ich sie auf und machte mich an meinen Teil, der wesentlich kürzer ausfallen würde. Ich notierte mein Geburtsdatum, dass ich mit meiner Mutter allein gewohnt hatte, meinen Vater nicht kannte. Es gab keine Geschwister, keine früheren festen Beziehungen und meine Freunde ... die waren ihr schließlich bekannt. Als meine Augen noch einmal über das von ihr Geschriebene glitten, um zu sehen, ob ich etwas vergessen hatte, und ich an die Stelle mit den Haaren gelangte, musste ich doch grinsen. "Das gefällt Dir?", es war mehr Neugierde, als dass ich sie ärgern wollte, aber probehalber streckte ich trotzdem die Hand aus und musterte sie dabei.

@Mina Rose Jackson


nach oben springen

#13

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 08.04.2019 11:58
von Mina Rose Jackson | 43 Beiträge

Inzwischen traute ich dem Boss und seinen Handlangern alles zu und ich würde mich innerlich auf alle Szenarien vorbereiten. Das Jonah nicht glaube, dass es dazu kam, war für mich keinerlei Trost, denn da sie ihn damals übergangen hatten konnte ich mir vorstellen, dass sie ihn ebenfalls testen würden. Für ihn ging es hier auch um mehr, als nur darum, mich vor der Prostitution zu bewahren, aber das war ihm sicher klar. Trotzdem schwebte weiterhin die wichtigste Frage im Raum und die war nun mal, wieso der Boss gerade so versessen darauf war mich zu haben. Ich konnte es mir nicht erklären, denn ich war zwar hübsch, aber da gab es weitaus schönere Mädchen mit mehr Vorzügen und vor allem welche, die sich ihm nur zu gerne zu Füßen geworfen hätten. Ich gehört da jedenfalls nicht dazu. Vielleicht würde Jonah das ja irgendwie in Erfahrung bringen können ohne das es auffiel, denn mit dieser Information waren wir klar im Vorteil. Ein Schmunzeln legte sich auf meine Lippen, als ihm seine Gesichtszüge dermaßen entglitten, denn dass hatte ich in all den Jahren auch noch nicht bei ihm gesehen. Natürlich sah ich in ihm das Problem, denn es war ja wohl offensichtlich, dass er niemanden nahe genug an sich heran lassen konnte, selbst wenn es nur ein gutes Schauspiel war. Daher war meine Frage durchaus berechtigt gewesen, ob er sich das theoretisch vorstellen konnte. Wie ich es erwartet hatte, konnte er das nicht, sodass ich erneut mit den Augen rollen musste. "Für dich wären zehn Minuten schon ein echtes Drama..." Ich konnte mir diese Worte einfach nicht verkneifen, denn sie entsprachen ja auch der vollen Wahrheit. Aber er erklärte sich damit einverstanden, sodass wir nun einen Zeitpunkt für den Start unserer 'Beziehung' hatten. Ohne noch etwas zu sagen reichte ich ihm den Stift, sodass auch er ein paar Dinge aufschreiben konnte, auch wenn ich jetzt schon wusste, dass es bei weitem nicht so ehrlich und detailliere wie bei mir ausfallen würde. Wahrscheinlich musste ich ihm danach noch in den Hintern treten, damit auch er mir ein paar Informationen lieferte, mit denen ich auch wirklich etwas anfangen konnte. Aufmerksam beobachtete ich ihn und zog meine Augenbrauen zusammen, als plötzlich seine Hand langsam nach vorne glitt, um nach meinen Haaren zu greifen. Erst da begriff ich, was er da vor hatte und schlug sofort seine Hand von mir weg. "Finger weg! Das sind nur Dinge, die du wissen solltest als mein 'Freund'." Das Freund setzte ich mit meinen Fingern in Gänsefüßchen. "Das bedeutet nicht, dass du sie auch ausprobieren musst!" Auf was für Ideen er plötzlich kam. Im Moment schien das alles so abwegig und das er mich zum Schein küssen musste konnte ich mir rein gar nicht vorstellen. "Jetzt gib mir deinen Zettel." Ohne darauf zu warten, dass er ihn mir übergab, schnappt ich ihn mir aus seiner Hand und überflog ihn kurz. Seufzend lies ich ihn wieder sinken, denn so wie ich es mir schon gedacht hatte stand da nicht wirklich etwas drauf, mit dem ich arbeiten konnte. "Echt jetzt? Nur Puzzleteile aus deiner Vergangenheit zu kennen reicht nicht! Das liest sich wie ein normaler Lebenslauf. Du musst mir schon etwas entgegen kommen und verraten, was du gerne hast oder magst." Ich warf ihm den Zettel in den Schoss, stand vom Sofa auf und lehnte mich mit verschränkten Armen neben das Fenster. Es gab keinen wirklichen Ausblick, aber alleine irgendwo anders hin zu starren, als auf ihn, tat gut.

@Jonah Holmes



nach oben springen

#14

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 08.04.2019 13:41
von Jonah Holmes | 44 Beiträge

"Ohja, Du bist wirklich überzeugend", konterte ich ihre Abwehr trocken und rieb mein Handgelenk. Nicht, weil es tatsächlich weh getan hätte, sondern um meine Worte zu unterstreichen. Wenn sie sich derart anstellte, konnten wir es gleich bleiben lassen. Und ich soll das Problem sein!? wiederholte ich in Gedanken zum ungezählten Male. Natürlich hätte ich es nicht ausprobieren müssen, aber es war einfach zu verlockend gewesen. Sie sollte froh sein, dass ich die Stelle mit den Küssen erst später gesehen hatte ...
Mina rupfte mir den Zettel aus der Hand und machte ihrem Ärger Luft. "Tut mir leid, Prinzessin, dass ich Dir keinen lückenlosen Lebenslauf inklusive Villa, Reiterhof und Yacht bieten kann." Sie war verdammt hübsch, das musste ich zugeben, aber Denken war nicht ihre Stärke. Der Zettel landete wieder auf meinem Schoß, den Stift hielt ich ja noch in der Hand und Mina stand auf, um zum Fenster zu gehen. Mit den Augen folgte ich ihr. Ich wusste, was sie dort sehen - oder auch nicht sehen würde. Die graue Fassade des gegenüberliegenden Hauses, die Straße mit ihren Müllcontainern. Zwei der drei Laternen waren hinüber und Autos fuhren hier auch selten vorbei ... außer man wohnte hier. Noch einmal sah ich auf mein Geschreibsel und knüllte das Blatt schließlich zusammen, pfefferte es in eine Ecke und den Stift gleich hinterher. Dann stand ich auf und stellte mich neben sie. Den Blick zunächst ebenfalls auf die Straße gerichtet, hatte ich die Hände in die Hosentaschen meiner Jeans gesteckt und schwieg. Diese ganze Situation war einfach völlig verrückt. Wir konnten das hier nicht ernsthaft durchziehen. Sie hasste mich, hielt mich für ein manipulatives Arschloch - womit sie womöglich sogar Recht hatte - und ob sie mir inzwischen tatsächlich vertraute, war mir auch noch nicht klar. Ich hingegen hatte mich in eine ziemlich beschissene Lage gebracht, denn wenn raus kam, dass ich sie gefunden und nicht am selben Abend noch beim Boss abgeliefert hatte, war völlig egal, welche Geschichte wir ihm auftischten. Das, was wir vorhatten, konnte wohl nur in irgendwelchen Filmen funktionieren und diese Einsicht traf mich leider erst jetzt, als ich den Vorschlag schon gemacht hatte. "Lassen wir den Scheiß einfach", beschloss ich und sah sie dabei noch immer nicht an. Es war keine Angst, die ich hatte. So oder so würde ich das alles erklären müssen, ich konnte nicht für immer untertauchen. Nur hatte ich der Blondine Hoffnung gemacht und diese würde ich nun zerschlagen müssen, da ich ihr einfach nicht helfen konnte. Hätte ich eine höhere Position in der Gang, aber davon war ich noch entfernt. Zwar genoss ich einiges Vertrauen, aber wieviel war das wert, nach allem, was ich heute erfahren hatte? Ich hatte den Boss nie hintergangen, hatte ihm keinen Anlass dafür geliefert, mich so zu benutzen. Wie wäre es gelaufen, wenn Mina nicht abgehauen wäre?
Gedanken, die mich kein Stück weiter brachten, aber irgendwas an diesem Vorgehen passte nicht. Der Boss musste noch einen anderen Grund gehabt haben und solang der sich uns nicht erschloss, kamen wir nicht zu einer Lösung.
"Zwei Wochen hat er mir gegeben, aber ich glaube nicht, dass wir so viel Zeit haben", als ich jetzt meine Hand ausstreckte, um sie am Arm zu berühren, war ich vorsichtiger. Ich musste mich von der Vorstellung verabschieden, dass es nur um sie ging. Wer garantierte mir, dass meine Akte wieder sauber war, wenn ich Mina erst einmal abgeliefert hatte? Niemand. Und in der Gang gab es Leute mit wesentlich weniger Skrupeln als mich.

@Mina Rose Jackson


nach oben springen

#15

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 08.04.2019 14:27
von Mina Rose Jackson | 43 Beiträge

Hier in seiner Wohnung musste ich auch nicht überzeugend sein, denn was ich ihm aufgeschrieben hatte, sollte lediglich nur zur Information dienen. Hätte ich geahnt, dass er dies gleich ausprobieren wollte, hätte ich es gar nicht erst aufgelistet. Jedoch war das was er über sich Preis gab ein Tropfen auf dem heißen Stein und als ich nun seine Antwort hörte, fragte ich mich ernsthaft, ob er mich überhaupt gar nichts über mich wusste. "Was will ich mit einer Villa oder einer Yacht? Du weißt rein gar nichts über mich, denn sonst würdest du so was gar nicht erst sagen. Aber hey, denk was du willst." Wieso war er überhaupt auf die Idee gekommen, wenn er das ganze ebenso wenig ernst nahm? Mein Blick war aus dem Fenster hinaus gerichtet und ein wenig erinnerte mich das was ich dort zu sehen bekam an die Wohnung, in der ich aufgewachsen war. Sie war ebenfalls nichts besonderes gewesen, viel zu klein für eine fünfköpfige Familie und aus dem Zimmer, dass ich mir mit meinen Geschwistern geteilt hatte, hatte ich ebenso auf eine graue Hauswand gestarrt, wie ich es jetzt gerade tat. Und trotzdem hatte ich jeden Abend aus dem Fenster gesehen, vielleicht in der Hoffnung, dass sich eines Tages doch etwas verändern würde. Natürlich war das niemals geschehen und irgendwann hatte ich begriffen, dass dieser sich niemals verändernde Ausblick mein Leben symbolisierte. Auch jetzt schien es wieder wie angegossen auf meine Situation zu passen. Als Jonah sich neben mich stellte, sah ich ihn nicht an, denn irgendwie wusste ich schon, was nun kommen würde. Er hatte begriffen, dass die Idee nur zum scheitern verurteilt sein konnte und mit seinen Worten machte er das kleine bisschen Hoffnung, dass ich noch irgendwo in mir gehabt hatte, zu nichte. Meine Kiefermuskulatur spannte sich an, als ich die Zähne zusammen biss um nicht laut los zu schreien. Denn wenn Jonah es nun aufgab mir zu helfen, dann wusste ich, wo mich mein nächster Weg hin führen würde. Gott, ich hatte niemals gedacht, das ich diese Gedanken wieder in betracht ziehen musste, aber da ich weiterhin fest entschlossen war mich nicht an den Boss aufliefern zu lassen, blieb mir nur eine Möglichkeit. Nein, zu denken wir hätten zwei Wochen Zeit war utopisch, denn sollte uns irgendjemand zusammen sehen, so würden wir postwendend zu ihm gebracht werden und dann wäre nicht nur ich dran, sondern Jonah ebenfalls. Irgendwie passierte nichts gutes in meinem Leben und für den Bruchteil einer Sekunde fragte ich mich, ob es nicht besser war, es einfach hier und jetzt zu beenden. Die leichte Berührung an meinem Arm lies mich dies jedoch wieder verwerfen und ich sah hinunter zu seiner Hand, die nun auf meinem Oberarm ruhte. Ich schlug sie dieses Mal nicht weg, sondern sah einfach nur auf seine Hand. Wie sollte das denn nur funktionieren? Ich war es so leid nicht Herr über mein eigenes Leben zu sein! Da mir nichts mehr anderes einfiel und ich auch nach dem allerletzten Strohhalm griff, drehte ich mich nun in seine Richtung und sah in direkt an. "Okay, ein letzter Versuch um das doch irgendwie durch zu ziehen... Küss mich." Ich meinte diese Aufforderung ernst, denn wenn wir dass glaubwürdig hin bekamen, so würde uns der Rest vielleicht nicht mehr ganz so schwer fallen und wir hatten vielleicht eine Chance das beide zu überstehen.

@Jonah Holmes



nach oben springen

#16

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 08.04.2019 15:38
von Jonah Holmes | 44 Beiträge

Nein, ich wusste wirklich nichts über sie und sie nicht über mich. Das mit der Villa war ein Schuss ins Blaue gewesen und natürlich nicht ernst gemeint. Wie hätte ich vergessen können, wo ich sie aufgesammelt hatte? Damals hatten sie die Umstände auch nicht gestört und daran konnte es also nicht liegen. Vielleicht war es jetzt also die Tatsache, dass ausgerechnet ich, dem sie ja die Schuld an dem Mist zu geben schien, ihr aus der Patsche helfen sollte. Wie auch immer, es war meinerseits genug Egoismus dabei, um ebenfalls nach einer Lösung zu suchen. Ihre Vorwürfe kommentierte ich also einfach nicht weiter, sondern war mit meinen Gedanken schon weiter gegangen, um eine andere Möglichkeit zu finden. Das wiederum gestaltete sich schwerer, als ich es gedacht hatte und die Vorstellung, dass man sie zum Arbeiten zwingen würde, gefiel mir auch nicht - obwohl es mir egal sein müsste. War es aber nicht und das lag eventuell daran, dass sie eben bis zu jenem Tag mein Schützling gewesen war.
Ich schwieg weiterhin, während ich die Stimmen in meinem Kopf umso lauter hörte. Ein Teil von mir wollte sie einfach loswerden, ein Teil in mir konnte sich dazu nicht durch ringen. Es wäre eine letzte Grenze, die ich bisher noch nie übertreten hatte und sie dazu zu zwingen, auf den Strich zu gehen, war selbst mir zu schäbig. Warum ich den zaghaften Versuch unternommen hatte, zu ihr durchzudringen und sie am Arm berührte, hätte ich nicht einmal sagen können. Immerhin zuckte sie diesmal nicht weg, kratzte mir nicht die Augen aus, sondern starrte einfach nur auf meine Hand. Dann bewegte sie sich doch, aber zu meiner Verwunderung wich sie nicht zurück, sondern wandte sich mir zu. Fragend musterte ich sie, denn obwohl ich deutlich gemacht hatte, dass ich den Plan als gescheitert ansah, wollte sie nicht aufgeben. Dieser Kampfgeist hatte mich früher fasziniert, war sehr von Vorteil gewesen, aber jetzt ... "Mina ...", begann ich und wollte sie endgültig von der Idee abbringen und damit sogar eingestehen, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Allerdings kam sie mir mit ihrer Aufforderung zuvor und ich zog meine Hand zurück, als hätte ich mich verbrannt. "Was?!", ich hatte sie sehr gut verstanden, aber ... "Das ist nicht Dein Ernst?", und doch flackerte in ihrem Blick eine Entschlossenheit auf. "Wirklich?", es war immer noch nicht sicher, ob wir dadurch aus der Nummer raus kamen. Vielleicht interessierte es den Boss auch überhaupt nicht, mit wem ich - oder sie - in die Kiste hüpfte. Da kein weiterer Einwand kam und sie mich abwartend ansah, schüttelte ich ein letztes Mal den Kopf. Es ging ja nicht einmal darum, dass es mir nicht gefallen würde, sie zu küssen. Ich legte meinen Arm um ihre Taille, meine Hand ruhte in ihrem Rücken und so zog ich sie näher zu mir heran, bis ich nur noch den Kopf vorbeugen musste, um meine Lippen auf ihre zu legen. Kein schüchterner Kuss, wie sie vielleicht gedacht - oder befürchtet? - hätte. Verdammt, ich war schließlich kein Mönch und sie war nicht die erste, mit der ich rumknutschte. Vielleicht konnte ich sie zumindest überzeugen - wenn schon nicht den Boss. Ein schlechter Zeitvertreib bis zu unserem Untergang war es jedenfalls nicht.

@Mina Rose Jackson


nach oben springen

#17

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 08.04.2019 23:14
von Mina Rose Jackson | 43 Beiträge

Egal wie man es drehte oder wendete, dies war eine verdammt verfahrene Situation und ich ärgerte mich über mich selbst, dass ich nicht schon längst diese Stadt verlassen und das Weite gesucht hatte. Eigentlich hatte mich hier nichts gehalten und doch war ich in San Diego geblieben. Hätte ich einmal das Land durchquert, so wär es für die Gang unmöglich gewesen mich zu finden und ich hätte in Ruhe ein neues Leben aufbauen können. Jedoch hätte Jonah so niemals die Wahrheit erfahren und ich konnte mich einfach nicht entscheiden, welches Szenario das bessere gewesen wäre. Aber aussuchen konnte ich mir es nun sowieso nicht mehr und ich musste all das so hin nehmen, wie es eben nun war. Das Jonah die Idee bereits als gescheitert ansah, bevor wir sie überhaupt nur im geringsten hatten umsetzen können wunderte mich nicht, denn wir taten uns beide nicht gerade leicht damit, sich dem anderen zu öffnen. Gut, ich hatte ihm zwar Dinge über mich aufgeschrieben, dafür zeigte ich ihm aber so die kalte Schulter, während es bei ihm anders herum war. Wir waren beide nicht gerade dafür gemacht und doch war es die einzige Idee, die Potential hatte wirklich zu funktionieren. Dafür mussten wir uns beide aber am Riemen reißen und das war auch der Grund, wieso ich das Ganze noch nicht als gescheitert ansah. Ich gab mir zumindest den Ruck mich anzustrengen und das Beste aus meinen schauspielerischen Fähigkeiten heraus zu holen. Daher hatte ich ihn auch aufgefordert mich zu küssen, denn nur hier konnten wir beweisen, wie gut wir wirklich sein konnten. Das er mich quasi für komplett verrückt erklärte, dass war mir schon von vorne herein klar gewesen, aber mir war es ernst und ich wollte genau das durchziehen. Die Frage war nur, ob er das auch konnte und wollte. Aber hey, wenn ich über meinen Schatten springen konnte, dann sollte das doch auch für ihn im Bereich des Möglichen liegen. Einige Momente verstrichen und ich war mir fast schon sicher, dass er ablehnen und einen Rückzieher machen würde, doch stattdessen schob er seine Hand in meinen Rücken und mich damit näher an ihn heran. So nah wie jetzt war ich ihm noch nie gewesen und als ich seine Lippen auf meinen spürte, schloss ich meine Augen, da ich es sonst komisch fand und ich ihn nicht anstarren wollte. Ich erwiderte mit dem selben Druck seinen Kuss und legte eine Hand in seinen Nacken, um mich wenigstens irgendwo fest zu halten. Seine Lippen waren warm und ich musste zugeben, dass er gar nicht mal schlecht küsste und es sich auch nicht gerade schlecht anfühlte. Wenn ich ehrlich war, hatte ich damit nicht gerechnet das es mir überhaupt gefallen könnte und so zog sich der Kuss, den ich eigentlich nicht so lange geplant hatte, immer mehr in die Länge. Wir waren beide nicht gerade zimperlich und wir beherrschten das Küssen besser, als uns gegenseitig etwas übereinander zu erzählen. Vielleicht würde das ja irgendwie bei unserem weiteren Vorgehen hilfreich sein... wenn wir uns irgendwann wieder voneinander lösten.

@Jonah Holmes



nach oben springen

#18

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 09.04.2019 10:34
von Jonah Holmes | 44 Beiträge

Hätte sie die Stadt bereits verlassen - oder sogar das Land - wäre mein Problem vermutlich noch größer gewesen. Denn dann wäre die Chance, sie zu finden und zurück zu bringen, gegen Null gegangen. Nun hatte ich sie zwar bei mir, aber immer noch ein Problem. Das trug wirklich nicht gerade zu einer besseren Laune bei und ihr musste es genauso gehen. Ehrlicherweise musste ich eingestehen, dass sie meinen durchaus verrückten Vorschlag zumindest in Erwägung zog, obwohl der Ausgang völlig im Ungewissen lag. Es konnte gut gehen, aber genauso war es denkbar, dass der Boss die bisher bestehenden Regeln über den Haufen warf und dennoch seinen Plan umsetzte. Was das bedeutete, war uns ebenfalls beiden klar.
Dass Mina nicht bereit war, so schnell aufzugeben, war irritierend. Eigentlich hatte ich ihr keine weiteren Hoffnungen machen wollen, dass sie so aus der Nummer wieder raus kam. Vielleicht wäre es sogar am besten gewesen, sie einfach aus der Stadt zu bringen, wenn ich sie schon nicht bei der Gang abliefern wollte. Ihre Aufforderung kam also völlig überraschend und dennoch zögerte ich nur kurz, ehe ich reagierte, als wäre es nie anders zwischen uns gewesen. Sie lag warm in meinem Arm, wehrte sich nicht und erwiderte den Kuss. Ich konnte noch einen Rest von der Cola auf ihren Lippen schmecken und meine freie Hand fuhr durch ihr Haar. Unbewusst. Ich hatte gar nicht mehr daran gedacht, was sie aufgeschrieben hatte. Länger als erwartet standen wir so beieinander und dass sie ihre Hand in meinen Nacken legte, schien das Zeichen zu sein, dass sie auch so schnell nicht aufhören wollte. Mutiger geworden tastete ich mit der Zungenspitze vor und sah sie dabei an. Mina hatte ihre Augen geschlossen und trotzdem wusste ich genau, welche Farbe sie hatten. Dieser Gedanke verwirrte mich mehr, als die Tatsache, dass ich hier mit einer Frau stand, deren bloße Existenz anscheinend ausreichte, mein zukünftiges Leben zu zerstören - auch, wenn sie das nicht absichtlich tat. Einen Moment länger hielt ich den Kuss noch aufrecht, dann schob ich sie vorsichtig zurück. Ich hatte einen spöttischen Spruch im Kopf, aber ich schluckte ihn runter und sah die Blondine einfach nur an. Im Grunde war ich um Worte nicht verlegen, aber jetzt fiel es mir schwer, einfach weiter zu machen. Dennoch war es notwendig und daher räusperte ich mich und ging zu dem zerknüllten Blatt, sammelte den Stift wieder auf und setzte mich erneut. Es würde doch nicht an so etwas wie Hobbies scheitern, wenn es sogar möglich war, rumzuknutschen.
Mit dem Blatt auf dem Schoß notierte ich neben meinem Geburtsdatum noch den Ort und die Umstände, in denen ich aufgewachsen war. Und dann zögerte ich, ehe ich mit schwungvollen Buchstaben Spike hinschrieb und ihr den Zettel zurück reichte.

@Mina Rose Jackson


nach oben springen

#19

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 09.04.2019 13:10
von Mina Rose Jackson | 43 Beiträge

In irgendetwas musste ich meine Hoffnungen stecken, denn da ich ja nicht wusste, was Jonah noch für Ideen im Kopf hatte, war der andere Ausweg nur der Tod und bevor ich diese Option wählte, wollte ich alle anderen Ideen ausgeschöpft haben. Daher war ich auch jetzt so entschlossen das durch zu ziehen und wie es sich gerade bestätigte, war das nicht die schlechteste Entscheidung gewesen. Seine Lippen auf meinen zu spüren, war eines der verwirrensten Dinge, die ich jemals gespürt hatte, denn niemals im Leben hatte ich mir ausgemalt, dass es sich so gut anfühlen konnte. Ich verdrängte alle anderen Gedanken aus meinem Kopf und lies mich komplett auf den Kuss ein, was Jonah anscheinend auch tat, denn plötzlich konnte ich seine Hand in meinen Haaren spüren, was mir eine leichte Gänsehaut bescherte. Ob er das tat, weil er sich daran erinnerte, was ich auf den Zettel geschrieben hatte oder ob es ganz intuitiv war, dass konnte ich nicht sagen, jedenfalls gefiel es mir. Sein warmer Atem blies mir ins Gesicht, als ich meine Lippen etwas öffnet um seiner Zunge Einlass zu gewähren und um ihr mit meiner eigenen entgegen zu kommen. Die Momente strichen dahin und Jonah war derjenige, der sich aus dem Kuss löste, sodass ich langsam die Augen öffnete. Ich lies meine Hand aus seinem Nacken gleiten und sogleich lief er an mir vorbei und lies sich auf das Sofa sinken. Ich jedoch blieb am Fenster stehen und versuchte zu begreifen, was hier gerade geschehen war. Klar, ich hatte es mit einem Kuss versuchen wollen, aber das so etwas dabei heraus kam, damit hatte selbst ich nicht gerechnet. Jeder der uns in diesem Augenblick gesehen hätte, der hätte keine Sekunde daran gezweifelt, dass da mehr zwischen uns war, was uns zu zwei verdammt guten Schauspielern machte. Aber war das gerade wirklich alles nur gespielt gewesen. Ich schüttelte den Kopf um dass alles zu verdrängen und wandte mich dann Jonah zu, der mir erneut den Zettel hin hielt. Die letzten Minuten hatte er damit verbracht noch mehr dazu zu schreiben und so setzte ich mich neben ihn auf das Sofa und nahm ihm den Zettel aus der Hand. Bisher hatte keiner von uns etwas gesagt und da ich selbst nicht wusste, wie ich das gerade Geschehene kommentieren sollte, las ich dass, was er neu hinzu gefügt hatte. Es waren mehr Informationen über ihn , wie er aufgewachsen war und ein Name, der mir überhaupt nichts sagte. "Wer ist Spike?" Meine Frage klang keinesfalls genervt oder spöttisch, sondern eher neugierig, da ich mir in keinster Weise vorstellen konnte, wer oder was das war. Ich schnappte mir mein Glas und nahm einige große Schlücke daraus, denn ein klein wenig war die Situation zwischen uns schon merkwürdig geworden. Daher räusperte ich mich einmal, bevor ich dann doch was dazu sagte. "Also das gerade hätte uns schon mal jeder abgekauft."

@Jonah Holmes



nach oben springen

#20

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 09.04.2019 13:43
von Jonah Holmes | 44 Beiträge

Es wäre vermutlich besser, wenn ich irgendetwas im Kopf hätte, momentan spielte sich aber alles um einige Etagen tiefer ab und damit hatte ich tatsächlich nicht gerechnet. Dass das nur an unserem oscarreifen Schauspielertalent lag, konnte ich mir nicht so wirklich vorstellen, dann hätten wir nämlich beide einen besseren Job - vorausgesetzt, man hätte uns entdeckt.
So oder so war es nicht die schlechteste Idee sie zu küssen, auch wenn der Anstoß von ihr gekommen war. Nicht, dass ich nicht schon mal darüber nachgedacht hätte, aber eine feste Freundin bedeutete immer eine Verpflichtung und Gefühle zu zeigen machte angreifbar - sah man ja immer wieder. Auch Mina schien schon Schlimmeres erlebt zu haben, als mich zu küssen, irgendwie ging es ganz von allein, als hätten wir das schon Hunderte Male getan. Ich musste mich aus dieser Szene lösen, trotzdem versuchte ich es so behutsam wie möglich. Bisher hatte keiner von uns ein Wort gesprochen und als ich mich setzte, um weiter zu schreiben, redete ich noch immer nicht. Nur der Stift kratzte über das Papier, ich hörte und sah aus den Augenwinkeln, dass sich Mina etwas zu Trinken einschenkte. Gedankenverloren schob ich ihr mein Glas rüber und schrieb einfach weiter. So viel hatte ich seit der Schulzeit - und die war verdammt lange her in meinen Augen - nicht mehr zu Papier gebracht. Endlich war ich einigermaßen zufrieden und sah sie erwartungsvoll an, während ihre Augen über mein Geschriebenes huschten.
Bei ihrer Frage musste ich grinsen, denn es war klar gewesen, dass sie diese stellen würde. "Spike ...", begann ich und machte eine bedeutungsvolle Pause, "... ist mein erstes Kuscheltier. Und ich schwöre Dir, ich bringe Dich um, wenn das jemand erfährt." Was natürlich hirnrissig war, wenn ich es ihr nannte, damit sie unsere Geschichte notfalls untermauern konnte, aber sie würde schon verstehen - anscheinend war sie ja doch nicht auf den Kopf gefallen.
Seit dem Kuss war die Stimmung etwas angespannt. Noch angespannter, als vorher. Mina räusperte sich und ich suchte ihren Blick. "Dein Wort in Gottes Ohr", murmelte ich leise und ließ den Stift auf den Tisch fallen. Aber innerlich gab ich ihr Recht, denn so, wie wir aufeinander reagiert hatten, hätten wir es niemals spielen können, wenn sie mich noch immer hassen würde - oder mir ihr Schicksal egal wäre. "Zumindest klappt das besser als Reden", stellte ich mit schiefem Grinsen fest und sah sie an.

@Mina Rose Jackson


nach oben springen

#21

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 09.04.2019 15:36
von Mina Rose Jackson | 43 Beiträge

Auch ich hatte damals das ein oder andere Mal darüber nachgedacht wie es wohl war ihn zu küssen, vor allem in der Zeit, als er mich von meinem verkorksten Leben zu Hause weg geholt und mir damit Hoffnung und eine neue Aufgabe gegeben hatte. Zugegeben war die Aufgabe als Drogenkurier auch nicht gerade die Beste gewesen, aber ich hatte damit Geld verdienen und meiner Mutter den Rücken zuwenden können. So war ich ihm dankbar gewesen, auch wenn ein Teil ihn für das gehasst hatte, in was er mich damit hinein gebracht hatte. Nun saßen wir jedoch irgendwie im selben Boot und meine Intuition sagte mir, dass wir da auch nur gemeinsam wieder heraus kommen würden. Ob der Boss uns diese Geschichte glauben und ob es was bringen würde, dass stand noch in den Sternen, jedenfalls waren wir nach diesem Kuss schon einen kleinen Schritt weiter. Die Gefühle, die ich erwartet hatte danach zu haben, wie Abscheu oder Ekel, die hatten sich nicht eingestellt, stattdessen war ich angenehm überrascht wie gut er küssen konnte und das es mir gefallen hatte. Keiner von uns wollte das jedoch genau analysieren, weshalb ich mich lieber dem Zettel mit seinen Informationen widmete. Der Kuss musste jedenfalls auch etwas in ihm ausgelöst haben, vielleicht seinen eisernen Kampfgeist, denn anders konnte ich mir seine plötzliche Offenheit nicht erklären. Als Jonah mir sein Glas rüber schob, schenkte ich ihm auch etwas ein. "Wirklich? Das war der Name deines ersten Kuscheltiers? Hast du es noch?" Ich konnte nicht anders als grinsen, aber nicht, weil ich ihn damit auslachen wollte, sondern einfach weil ich ihn mir nicht als kleinen Jungen mit einem Kuscheltier im Arm vorstellen konnte. Und wem sollte ich schon groß davon erzählen? Diejenigen, die diese Information vielleicht belustigend fanden, würden mich direkt an den Boss aufliefern, sollte ich auch nur in ihre Nähe kommen. Daher hatte ich nur mich und sein Geheimnis war sicher. "Ein Lieblingskuscheltier hatte ich nie, dafür eine Schmusedecke, unter der man sich perfekt vor der Welt verstecken konnte." Diese Decke besaß ich noch heute und sie lag in meiner Wohnung, von der ich hoffte, sie vielleicht irgendwann einmal wieder betreten zu können. Ich hatte sie von meinem ältesten Bruder geschenkt bekommen, der sich damals immer sehr um mich gekümmert hatte. Er wollte, dass ich mich immer darunter verstecken konnte, wenn ich der Welt entfliehen musste, also immer dann, wenn meine Mutter ihre Freier mit nach Hause gebracht hatte. Am Anfang hatten sich meine Geschwister noch mit mir versteckt, aber je älter sie wurden, desto mehr kümmerten sie sich um ihr eigenes Leben, bis ich schließlich die Einzige war, die aufgrund ihres Alters noch zu Hause leben musste. Seit dem hatte ich auch nichts mehr von ihnen gehört, als hätte das Leben das wir geführt haben und auch ich nie existiert. Bei Jonahs Worten kam ich aus meinen Gedanken zurück ins hier und jetzt und ich musst selbst wieder Grinsen, denn er hatte vollkommen recht. "Scheint wohl so, dass wir darin besser sind." Ich lehnte mich im Sofa zurück und fuhr mir mit den Fingern durch die Haare. "Also sollen wir das nun versuchen so durchzuziehen? Ich für meinen Teil denke, dass wir das wirklich glaubwürdig hinbekommen können." Ob es uns was brachte, dass würden wir dann sehen, aber die halbe Miete war schon einmal, das wir Überzeugend waren.

@Jonah Holmes



nach oben springen

#22

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 09.04.2019 15:55
von Jonah Holmes | 44 Beiträge

Ich verzog das Gesicht und schnaubte: "Natürlich nicht!" Welcher erwachsene Mann rannte mit seinem Kuscheltier herum? Hatte sie erwartet, dass es auf dem Bett sitzen würde, wenn sie ins Schlafzimmer ging? Ihr Grinsen ließ mich allerdings vermuten, dass sie es nicht so ganz ernst gemeint hatte und wirklich erwartete, dass ich das alte Tier hervor holen würde. Das Ganze lag inzwischen immerhin zwanzig Jahre zurück und da man es nicht zu Geld machen konnte, war es höchstwahrscheinlich auf dem Müll gelandet. Warum ich derart sentimental geworden war, wusste ich nicht zu erklären, aber das durfte keinesfalls zur Marotte werden. Zum Glück erzählte sie ihre Geschichte weiter und ich nickte. Zu einem Mädchen passte es immerhin und sie war ja jünger als ich. Eine Decke klang auf alle Fälle unverfänglicher und ich stellte ganz automatisch die Gegenfrage: "Hast Du sie noch?", erst jetzt dämmerte mir, dass sie wahrscheinlich noch einiges Zeug hatte, wo auch immer sie wohnen mochte. Das hatte ich schließlich noch nicht heraus bekommen - außer ich erwartete, dass sie ein Feldbett in dieser Änderungsschneiderei aufgeschlagen hatte. Aber dorthin zurück zu kehren, war erstmal nicht möglich, solange wir nicht abgesteckt hatten, ob der Boss sich mit unserem Theaterstück zufrieden geben würde.
Mina lehnte sich zurück und ich betrachtete sie. "Es ist nicht sicher, dass es funktioniert", erinnerte ich sie noch einmal und zuckte mit den Schultern. "Aber mehr als verlieren, können wir nicht", eventuell gab es die Möglichkeit, den Rückzug anzutreten, wenn man uns nicht glauben würde, aber Mina wirkte recht zuversichtlich, dass es glaubwürdig wäre. "Entscheide Du ... egal was passiert, bin ich ohnehin am Arsch", das war nun mal eiine unumstößliche Tatsache aus dem Ganzen, dass der Boss an meiner Arbeit scheinbar etwas auszusetzen hatte. Würde ich sie abliefern, käme die Frage auf, warum erst jetzt? Brachte ich sie in Sicherheit, hinterging ich die Gang. Spielten wir das verliebte Paar und man glaubte uns nicht, war ich ein Verräter. Objektiv gesehen war die Wahrscheinlichkeit, dass ich dran war, also wesentlich höher.

@Mina Rose Jackson


nach oben springen

#23

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 09.04.2019 16:28
von Mina Rose Jackson | 43 Beiträge

Natürlich hatte ich nicht erwartet, dass er dieses Kuscheltier noch besaß, alleine deswegen schon weil Männer nie so sentimental an alten Dingen hingen wie wir Frauen. Aber die Frage hatte ich trotzdem stellen müssen, denn vielleicht hätte er mich damit ja abermals überrascht. Als er mir nun die Gegenfrage stellte, legte ich meine Stirn in Falten, denn sicher würde er mich für verrückt erklären. "Ja ich habe die Decke noch, sie liegt bei mir zu Hause im Schrank." Am Anfang hatte ich sie noch eine Weile in meinem Bett behalten, jedoch hatte ich irgendwann beschlossen, dass ich mich nicht immer vor der Welt verstecken konnte und seit dem war sie in meinem Kleiderschrank unter gebracht. "Vielleicht habe ich irgendwann die Chance ein paar Sachen zu holen, immerhin kann ich die Klamotten nicht die ganze Zeit anlassen." Ich deutete auf das, was ich gerade an hatte, denn ich nahm nicht an, dass er hier einen Vorrat an Frauenklamotten hatte, die mir dann auch noch passten. Auf die Idee, dass ich ja auch etwas von ihm anziehen konnte, brauchte er gar nicht kommen, denn das würde ich garantiert nicht machen. Vielleicht noch, um die Nacht rum zu bekommen, aber sicher nicht um damit herum zu laufen. "Natürlich ist es nicht sicher. Niemand gibt uns die Garantie, dass es dem Boss nicht doch egal ist und wir ihm sonst noch was vorspielen können. Aber einen Versuch ist es wert." Zumindest gab es sonst nicht wirklich eine Möglichkeit, wie wir uns da wieder hinaus manövrieren konnten. Mit meiner Aussage, dass es einen Versuch wert war, hatte ich quasi schon entschieden, dass wir es versuchen würden, auch wenn sich gerade eine neue Idee in meinem Kopf kristalisierte. Sie war jedoch noch abwegiger als die Idee des Liebespaares und ich war mir eigentlich so gut wie sicher, dass Jonah es sofort ausschlagen würde. Aber seine Worte, dass er ohnehin am Arsch war, hatten diesen Gedankengang in mir ausgelöst. Daher redete ich gar nicht weiter um den heißen Brei sondern kam gleich zum Kernpunkt meiner Idee. "Wenn du sowieso am Arsch bist, genau wie ich, wieso verschwinden wir dann einfach nicht von hier? Es wird in der Gang gegen dich gearbeitet, soviel steht fest und ich habe hier auch nur eine 'Zukunft' und du weißt wie die aussieht. Also warum verschwinden wir nicht einfach und suchen uns eine komplett neue und andere Gegend, weit weg von dieser hier? Oder hält dich etwas hier in San Diego?" Mir war diese Stadt relativ egal, denn auch wenn ich hier aufgewachsen war, hatte ich keinen Bezug zu ihr. Wie ich nur darauf kam, dass wir zusammen verschwinden konnten, dass wusste ich auch nicht so recht, denn noch vor wenigen Stunden hatte ich ihm an allem die Schuld gegeben und hatte ihn zum Teufel gejagt. Aber das war zumindest mal noch eine weitere Idee, vor allem, wenn das mit dem Liebespaar nicht hinhauen sollte.

@Jonah Holmes



nach oben springen

#24

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 09.04.2019 20:19
von Jonah Holmes | 44 Beiträge

Wie vermutet, wollte sie noch einmal zurück in ihre Wohnung und im Grunde stimmte es ja. Sie konnte nicht so bleiben. Ich hatte zwar eine Ersatzzahnbürste hier - wofür auch immer - aber mit irgendwelchen Shirts oder so konnte ich nun mal nicht dienen. Shopping schied aus meiner Sicht aus, denn ich hatte nicht vor, mit ihr durch irgendwelche Läden zu tingeln. Sie könnte sich einfach ausziehen ..., der Gedanke brachte mich innerlich zum Lachen, was man an meinem Grinsen vermutlich erkennen konnte. Aussprechen würde ich es jedoch nicht, aber für heute Nacht musste sie sich damit halt anfreunden. Auf die Idee, ihr etwas von mir zum Anziehen zu geben, käme ich vermutlich erst, wenn sie darum bitten würde.
"Gut. Versuchen wir es", womit die Entscheidung tatsächlich gefallen war und eigentlich gab es keinen vernünftigen Grund, das Ganze noch hinaus zu zögern. Aber irgendwie konnte ich mich noch nicht so ganz dazu durch ringen, jetzt los zu fahren.
Dann rückte Mina mit ihrem nächsten Vorschlag heraus und ich starrte sie ungläubig an. "Quatsch keinen Blödsinn", fuhr ich sie schroffer an, als ich es vorgehabt hatte. "Reicht es nicht, dass die einen von uns suchen?", ich hatte ihr vorher doch noch einmal vor Augen geführt, was mit Verrätern passierte und dagegen war es ein Kinderspiel, wenn wir diesen Beziehungskram verkackten. "Im besten Fall ist Deine Zukunft, dass Du mal meine Ex-Freundin warst und Dich verpissen kannst", erinnerte ich sie an die Abmachung und schüttelte den Kopf. "Wie stellst Du Dir das vor? Ich kann ja schlecht im nächsten Supermarkt nach einem Job fragen." Man sagte mir zwar einiges Verkaufstalent nach, aber das bezog sich nicht auf Obst und Gemüse. Wobei der Unterschied möglicherweise gar nicht so groß war, aber das kam überhaupt nicht in Frage. "Meine Fa ...", ich beendete den Satz nicht. Das, was meine Familie gewesen war in den letzten Jahren und damit fast der Hälfte meines Lebens, löste sich gerade in Wohlgefallen auf. "Der Boss wird uns häuten, wenn sie uns erwischen", und das war keine Floskel. Ich hatte schon das ein oder andere gesehen. "Nein. Ich gehe morgen zu ihm und rede erst mit ihm. Dann sehen wir weiter." Etwas theatralisch fügte ich hinzu: "Wenn ich nicht zurück komme, darfst Du Dich hier austoben." Es war der Versuch, einen Scherz zu machen, aber wir wussten wohl beide, dass da mehr Ernst hinter steckte, als uns lieb war.

@Mina Rose Jackson


nach oben springen

#25

RE: Wohnzimmer mit Kochnische

in Wohnung Jonah Holmes 09.04.2019 21:02
von Mina Rose Jackson | 43 Beiträge

Dieses Grinsen, dass Jonah nun auf den Lippen hatte, lies mich eine Augenbraue nach oben ziehen, denn er musste gerade über etwas nachgedacht haben, was er selbst ziemlich komisch fand. Ich wollte es lieber erst gar nicht wissen und so ignoriert ich sein Grinsen einfach. Vielleicht konnten wir morgen einen Abstecher in meine Wohnung machen, sodass ich einfach ein paar Dinge in einen Rucksack stecken und sie dann mit hier her nehmen konnte. Immerhin wusste ich jetzt noch nicht wie lange ich wirklich hier bleiben würde. Das auch er nun einverstanden war, dass wir es versuchten, lies mich nur nicken, denn was anderes konnte ich dazu nicht sagen. Wir würden es einfach versuchen und dann mit den möglichen Konsequenzen leben müssen. Diese Ungewissheit war wirklich Mist, aber eine andere Wahl hatten wir auch nicht. Zumindest zerschlug Jonah meine Idee sofort und bei seiner Reaktion musste ich einfach die Augen verdrehen. Da war er wieder, der alte Jonah und ein wenig verschaffte mir das Erleichterung, denn ich hatte schon gedacht dass es nach diesem Kuss nun ewig seltsam zwischen uns werden würde. "Na das wäre der Idealfall. Doch wenn es schlecht läuft..." Ich wollte es lieber nicht aussprechen, denn wir taten das hier ja, damit es eben nicht dazu kam. Für einen Moment hatte ich nun Kopfkino, in dem ich Jonah hinter der Supermarktkasse sah und ich konnte das Lachen einfach nicht verhindern. Dieses Bild war zu absurd und passte einfach rein gar nicht zu ihm. Aber hey, wenn man es genau betrachtete, dann war es auch etwas seltsam sich vorzustellen, dass ich in der letzten Zeit als Schneiderin gearbeitet hatte. Auch das passte eigentlich nicht zu meiner Vergangenheit und mir, aber ich hatte eben neue Wege einschlagen müssen. Das er mir keinen wirklichen Grund liefern konnte, wieso er hier bleiben wollte, dass hatte ich mir bereits gedacht, daher war sein einziger Vorwand, dass der Boss uns sonst umbringen lassen würde, sollte man uns erwischen. Dabei vergaß er aber, dass ich mich erfolgreich fast 1 1/2 Jahre versteckt hatte und das auch noch in der selben Stadt. Doch ich merkte schon, dass es nichts brachte ihm die Idee schmackhaft zu machen, weshalb ich es aufgab und ihn einfach machen lies. "Es war nur eine Idee, mehr nicht. Gut mach das..." Sein etwas erbärmlicher Versuch einen Scherz zu machen, der nicht einmal lustig war, ging sehr nach hinten los, denn leider lag es im Bereich des Möglichen, dass eben genau das eintraf. Was würde ich tun, wenn Jonah wirklich nicht zurück kam? Sollte ich hier bleiben, wo mich vielleicht doch jemand finden konnte? Oder sollte ich mich aus dem Staub machen, weg aus dieser Stadt, am besten ans andere Ende der Welt. Für einen Moment musterte ich ihn und schüttelte dann den Kopf. "Das ist einfach alles so verrückt.." Mein Leben hatte sich in wenigen Stunden wieder einmal komplett geändert und nun war ich mehr oder minder auf Jonah angewiesen, eine Tatsache, die nicht gerade prickelnd, aber meine einzige Chance war. Immerhin brachte er sich damit ebenfalls noch mehr in Gefahr, was ich ihm hoch anrechnete. So weit zu gehen und zu sagen, dass er etwas bei mir gut hatte, wollte ich dann aber doch nicht, denn jemanden einen Gefallen zu schulden war immer eine heikle Angelegenheit. Wieder legte sich Schweigen über uns und ich sah Jonah aus den Augenwinkeln an.

@Jonah Holmes



nach oben springen


Besucher
3 Mitglieder und 6 Gäste sind Online:
Letizia Coco JuarezA, Taylor Jones, Blaize Parker

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Ximena Valencia
Besucherzähler
Heute waren 11 Gäste und 8 Mitglieder, gestern 370 Gäste und 28 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 3490 Themen und 81950 Beiträge.

Heute waren 8 Mitglieder Online:
Flea Smith, Gianna Shelby, Hailey Cunningham, Letizia Coco Juarez, Lion Scott Kennedy, Taylor Jones, Victoria Fitzgerald, Zoey Lekha

disconnected San Diego-Talk ♥ Mitglieder Online 3
Impressum&Datenschutzverordnung © | 2015 - © Letizia Coco Juarez | | Manager/Admin: Letizia Coco Juarez • Hailey Cunningham • Lion Scott Kennedy
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen